Warum du dir selbst zu wenig zahlst
Viele Unternehmer zahlen sich das aus, was am Monatsende zufällig übrig bleibt, nicht das, was ihre eigene Arbeitsstunde tatsächlich wert ist. Auf Dauer wird das teuer, nur zeigt es sich nirgends direkt in den Zahlen.
Ein Angestelltengehalt steht im Vertrag, wird jeden Monat gezahlt und verändert sich nur bei einer bewussten Entscheidung. Der Unternehmerlohn dagegen wird bei vielen zur Restgröße: Was nach Kosten und Investitionen übrig bleibt, wird entnommen, in guten Monaten mehr, in schlechten weniger oder gar nichts.
Der Vergleich, den die wenigsten machen
Reale Wochenstunden ohne Abende und Wochenenden schönzurechnen, ergeben bei den meisten Selbstständigen deutlich mehr als die vertraglichen 40 Stunden eines Angestellten. Wird das, was am Ende ausgezahlt wird, auf diese realen Stunden umgelegt, liegt der tatsächliche Stundenlohn oft überraschend niedrig, manchmal unter dem, was eine angestellte Fachkraft im selben Bereich verdienen würde.
„Es lief doch gut dieses Jahr" reicht nicht
Ein gutes Geschäftsjahr wird oft komplett reinvestiert, in neue Ausstattung, in Wachstum, in einen Puffer für schlechtere Zeiten. Das ist unternehmerisch vernünftig, ersetzt aber nicht den fairen Lohn für die eigene Arbeit. Der Unternehmerlohn sollte als eigene kalkulatorische Größe feststehen, so wie ein Gehalt, und nicht davon abhängen, was nach allen anderen Entscheidungen noch übrig ist.
Die Folgen der dauerhaften Unterbezahlung
Wer sich selbst chronisch zu wenig zahlt, kalkuliert oft auch die eigenen Angebote falsch, weil die eigene Zeit im Kopf nichts kostet. Das drückt zusätzlich die Preise am Markt. Auf lange Sicht führt das zu Erschöpfung, und im Fall eines Verkaufs oder einer Nachfolge fehlt ein realistischer Vergleichswert, was die eigene Arbeit im Unternehmen eigentlich wert war.
Der Arbeitgeberkosten-Rechner zeigt, was eine vergleichbare Fachkraft einen Arbeitgeber kosten würde: Bruttolohn plus alle gesetzlichen Nebenkosten. Ein guter Vergleichswert für den eigenen Unternehmerlohn.
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