Was verdienst du wirklich als Unternehmer?
Nicht was am Ende des Monats auf dem Konto landet, sondern was deine Arbeitsstunde wert ist. Der Rechner setzt deine realen Arbeitszeiten gegen das, was du dir auszahlst, und zeigt deinen kalkulatorischen Unternehmerlohn: den echten Stundenlohn, vor und nach Steuern. Für Einzelunternehmer, Freiberufler und GmbH-Geschäftsführer.
Wie die Rechnung funktioniert
Der echte Stundenlohn eines Unternehmers hat zwei Seiten, die beide gern zu optimistisch geschätzt werden. Oben stehen die Stunden: nicht die 40 auf dem Papier, sondern die realen, inklusive Abendtermine, Wochenend-E-Mails und der Zeit, in der das Geschäft im Kopf mitläuft. Unten steht, was du dafür bekommst: Geschäftsführergehalt oder Entnahme, plus geldwerte Vorteile wie Firmenwagen und Versicherungen.
Die Formel: reale Wochenstunden mal 52, minus Urlaub und Krankheit, ergibt die produktiven Jahresstunden. Deine gesamte Vergütung geteilt durch diese Stunden ist dein Stundenlohn vor Steuern. Für den Vergleich mit einer angestellten Kraft rechnet der Rechner zusätzlich kalkulatorische Lohnnebenkosten obendrauf, den Anteil, den ein Arbeitgeber zusätzlich zum Brutto zahlen müsste.
Kalkulatorischen Unternehmerlohn berechnen
In der Betriebswirtschaft ist der kalkulatorische Unternehmerlohn der Lohn, den ein Einzelunternehmer oder Personengesellschafter für die eigene Mitarbeit ansetzt, obwohl er kein Gehalt bezieht, sondern vom Gewinn lebt. Er gehört in jede saubere Kostenrechnung: Erst wenn deine Arbeitszeit als Kostenposition drinsteht, siehst du, ob das Unternehmen aus eigener Kraft trägt oder ob der Gewinn nur entsteht, weil du dich selbst nicht bezahlst.
Als Orientierung dient das Gehalt, das du einer angestellten Person in deiner Rolle zahlen müsstest. Dieser Rechner geht den umgekehrten Weg: Er nimmt, was du dir tatsächlich auszahlst, teilt es durch deine realen Arbeitsstunden und zeigt so, wo dein rechnerischer Stundenlohn heute liegt, im Vergleich zu dem, was am Markt üblich wäre.
Warum der Wert oft so niedrig ist
Wer 60 bis 70 Stunden pro Woche arbeitet, sich zwei statt sechs Wochen Urlaub nimmt und nie richtig krank ist, kommt schnell auf über 3.000 produktive Stunden im Jahr, gut ein Drittel mehr als eine angestellte Vollzeitkraft. Die gleiche Vergütung auf deutlich mehr Stunden verteilt heißt: deutlich weniger pro Stunde. Genau diese Rechnung macht der Rechner sichtbar.
Was netto bleibt
Von der Gesamtvergütung geht die Einkommensteuer ab, dazu kommen bei vielen Selbstständigen private Kranken- und Altersvorsorge, die ein Angestellter zur Hälfte vom Arbeitgeber bezahlt bekommt. Der Rechner nutzt dafür einen geschätzten effektiven Steuersatz. Das ersetzt keine Steuerberatung, zeigt aber die Größenordnung dessen, was am Ende wirklich bei dir ankommt.
Wie berechne ich meinen echten Stundenlohn als Unternehmer?
Reale Wochenstunden mal 52, minus Urlaub und Krankheit, ergibt die produktiven Jahresstunden. Deine gesamte Vergütung geteilt durch diese Stunden ist dein Stundenlohn vor Steuern. Bei 64 Stunden pro Woche und 75.000 Euro Jahresvergütung sind das rund 24 Euro pro Stunde.
Was ist der kalkulatorische Unternehmerlohn?
Der Lohn, den du dir für deine Arbeitszeit zahlen müsstest, wenn du dich anstellen würdest: ein marktübliches Gehalt für deine Rolle. In der Kalkulation wird er als Kostenposition angesetzt, auch wenn er als Gewinn oder Entnahme ausgezahlt wird. So siehst du, ob das Unternehmen aus eigener Kraft trägt.
Warum ist mein Stundenlohn niedriger, als ich dachte?
Weil die Wochenstunden höher und die produktiven Stunden niedriger sind als das Bauchgefühl. Sechzig Stunden und mehr pro Woche, wenige Urlaubstage, Abendtermine: Die Jahresvergütung verteilt sich auf all diese Stunden.
Sollte ich mir als GmbH-Geschäftsführer ein Gehalt zahlen?
Ein marktübliches Geschäftsführergehalt macht sichtbar, ob der Betrieb wirklich profitabel ist, und ist steuerlich Betriebsausgabe. Für die Kalkulation gilt: Setz den Wert an, den du einer angestellten Person in deiner Rolle zahlen müsstest.
Wenn deine eigene Arbeitsstunde weniger wert ist als die einer Fachkraft, stimmt meist die Kalkulation nicht. Der Stundensatz-Rechner geht von deinem Wunscheinkommen und deinen Betriebskosten aus und zeigt, was du je fakturierbarer Stunde verlangen müsstest.
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