Skonto oder Kontokorrentkredit: was ist wirklich günstiger?
Wer knapp bei Kasse ist, lässt Rechnungen oft bis zum letzten Tag liegen, um Skonto nicht ziehen zu müssen und flüssig zu bleiben. Ein Blick auf die Zahlen zeigt, dass das fast immer die teurere Entscheidung ist.
Skonto wirkt wie ein kleiner Nachlass, den man sich in knappen Monaten eben entgehen lässt. Rechnet man ihn auf einen Jahreszins hoch, zeigt sich ein anderes Bild.
Der Vergleich, den kaum jemand macht
Bei der klassischen Zahlungsbedingung „2 Prozent Skonto, 10 Tage, netto 30 Tage" entspricht der Verzicht auf Skonto einem effektiven Jahreszins von rund 36,7 Prozent. Ein Kontokorrentkredit der Hausbank liegt in aller Regel deutlich darunter, oft im niedrigen bis mittleren einstelligen oder niedrigen zweistelligen Bereich. Wer also aus Liquiditätsgründen auf Skonto verzichtet, zahlt in der Sache einen sehr hohen Zins, nur dass er auf keiner Kreditabrechnung auftaucht.
Wann der Verzicht trotzdem Sinn ergibt
Rational bleibt der Verzicht nur, wenn keine günstigere Alternative verfügbar ist, etwa weil keine Kreditlinie mehr frei ist oder ein Zahlungsausfall droht. In diesem Fall ist Skonto tatsächlich zweitrangig gegenüber der reinen Zahlungsfähigkeit. Das ist aber eine Ausnahme, kein Dauerzustand, den man sich durch schlechte Liquiditätsplanung selbst schafft.
Der bessere Weg: vorausplanen statt Skonto als Puffer
Wer seine Ein- und Auszahlungen für die kommenden Wochen im Blick hat, muss nicht zwischen Skonto und Liquidität wählen. Eine rollierende Vorschau zeigt frühzeitig, wann genug Geld da ist, um Rechnungen innerhalb der Skontofrist zu begleichen, und wann ein größerer Puffer nötig ist. So bleibt der Nachlass die Regel, nicht die Ausnahme.
Eine rollierende 13-Wochen-Vorschau über alle Ein- und Auszahlungen, damit du weißt, ob für Skonto-Zahlungen genug Liquidität da ist, bevor es eng wird.
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