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Ratgeber · Onboarding · 4. September 2026 · 5 Minuten

Buddy oder Pate: warum neue Leute eine Ansprechperson brauchen

Die neue Person hat in den ersten Wochen fünfzig kleine Fragen: zu unwichtig, um die Führungskraft zu stören, zu wichtig, um sie zu ignorieren.

Wo ist der Drucker, wie heißt die Kollegin aus dem Vertrieb, wie stellt man hier einen Urlaubsantrag, ist es normal, dass das Meeting immer zehn Minuten später anfängt? Ohne feste Ansprechperson bleiben diese Fragen offen oder kosten jedes Mal Überwindung. Ein Buddy ist die einfachste Antwort darauf.

Was ein Buddy ist, und was nicht

Ein Buddy ist eine erfahrene Person aus dem Team oder dem direkten Umfeld, die in der Anfangszeit die erste Anlaufstelle für den Alltag ist und die zeigt, wie der Hase läuft. Sozial und praktisch, nicht formal.

Das ist etwas anderes als ein Mentor, der längerfristig die fachliche oder die Karriereentwicklung begleitet, und etwas anderes als die Führungskraft, die für Ziele, Bewertung und Ressourcen zuständig ist. Der Buddy deckt die ersten Wochen ab, niedrigschwellig und informell.

Wen ihr auswählen solltet

  • Jemanden, der die Abläufe kennt und gut erklären kann. Nicht zwingend die oder der fachlich Beste, sondern jemand mit Geduld für Fragen.
  • Jemanden mit etwas Luft in den ersten Wochen. Wer selbst im Dauerstress steckt, wird die Rolle nicht ausfüllen, egal wie gut gemeint.
  • Nicht die direkte Führungskraft. Die neue Person soll auch mal fragen können „ist das hier normal", ohne dass es in die Bewertung einfließt.
  • In sehr kleinen Betrieben kann es die Geschäftsführung selbst sein. Dann aber bewusst und mit fest eingeplanter Zeit, nicht nebenbei.

Der Fehler: benennen und dann vergessen

Das häufigste Muster: Jemand wird zum Buddy ernannt, bekommt aber keine Zeit dafür freigeräumt und kein Briefing, was von ihm erwartet wird. Dann passiert nichts, und die neue Person merkt, dass die Rolle nur auf dem Papier existiert.

Was ein Buddy braucht, ist wenig: einen kurzen Auftrag (in den ersten Wochen für Alltagsfragen da sein, aktiv nachfragen statt zu warten, in informelle Runden und Mittagspausen mitnehmen), etwas freigeräumte Zeit dafür, und die Info, wann die neue Person anfängt. Das reicht.

Im Homeoffice

Ohne Büro entstehen die Zufallsgespräche nicht von selbst. Dann braucht der Buddy einen festen Rhythmus: ein kurzer Check pro Tag in der ersten Woche, danach zwei- bis dreimal die Woche, plus einen offenen Kanal für Fragen zwischendurch. Ohne das ist die neue Person im Remote-Setup schlicht allein.

Was das bringt

Die Führungskraft wird entlastet, weil die vielen kleinen Fragen woanders landen. Die neue Person wird schneller sozial integriert und traut sich eher, überhaupt zu fragen. Beides verkürzt die Zeit, bis jemand wirklich arbeitsfähig ist, und senkt das Risiko, dass ein an sich guter Start im Stillen schiefgeht.

Das passende Werkzeug: das Onboarding-Workbook

Im Preboarding-Teil legst du fest, wer Buddy wird und was die Person übernimmt, zusammen mit dem restlichen Fahrplan für die ersten Wochen. Danach führt das Workbook durch die erste Arbeitswoche und die ersten sechs Monate. Der Preboarding-Teil ist kostenlos.

Zum Onboarding-Workbook

Kurz gesagt: Ein Buddy kostet fast nichts, wenn ihr die Person richtig auswählt und ihr etwas Zeit gebt. Und er macht den Unterschied zwischen „ich habe mich durchgefragt" und „ich bin gut angekommen".